Here you can read more reports from various people about the Bustour:

18.03.3013 Neumünster
Reise nach Neumünster bei Schnee

Nach dem Besuch des Camps in Hamburg-Horst sind wir gestern Nacht zurück zum Ort gefahren, wo wir übernachten. In der Volxküche haben wir wieder unser Abendessen gegessen. Wir hatten nach dem Essen etwas Zeit und haben zur Musik getanzt.

Der Ort, an dem wir in Hamburg übernachtet haben, lag in der Nähe vom Hafen. In Hamburg befindet sich einer der größten Häfen Europas. Bei meinem vorherigen 1. Mai Besuch in Hamburg, erzählte uns ein Freund, dass Ernst Thälmann in diesem Hafen arbeitete. An diesem Tag fuhren wir durch einen langen Tunnel.

In der Nacht als wir vom Flüchtlingslager in Horst kamen, haben wir eine Versammlung organisiert um den vergangenen Tag zu besprechen. Einige Freund_innen sagten, dass wir unsere Ziele nicht realisieren konnten, da wir nicht als geschlossene Gruppe ins Camp gegangen sind. Aber mit diesem Besuch haben wir bewiesen, dass das Flüchtlingslager in Horst ein Gefängnis ist. Denn innen und außen vom Lager befanden sich viele Polizisten. Die Sicherheitsleute an der Tür nahmen beim Verlassen und Betreten des Lagers ständig die Ausweise der dort lebenden Flüchtlinge weg. Dieses Bild veranschaulicht uns, dass das Lager hier die Beschaffenheit einer Kontrollgesellschaft hat. Um die Isolation zu sehen, reichen diese Bilder aus. Es bedarf keiner weiteren Erklärung.

Die parlamentarischen Parteien haben sich untereinander getroffen und sich darüber beschwert, dass die Anzahl von Roma in Deutschland steigen. Sie versuchen die Migration von Roma nach Deutschland zu verhindern. Unter ihnen gibt es auch Parteien, die sagen, sie unterstützten unseren Widerstand.

Ausschreitungen in Neumünster

Auch vor dem Lager in Neumünster gab es eiserne Gitter, als wir dort ankamen. Vor unserer Ankunft hatten sich viele Polizeiwagen innerhalb des Lagers aufgereiht. Die Polizisten hatten vor den Gittern Barrikaden aufgestellt.

Die Polizei zeigte uns Stellen, wo wir unsere Autos parken konnten. Sie waren sehr höflich. In einem höflichen Ton sagten sie, dass wir nicht ins Lager durften. Wir meinten, dass wir das Recht auf Besuch hätten, dass wir nicht wollen, dass das alles hier in Isolation gehalten wird und dass wir mit unseren Freund_innen im Lager sprechen wollen. Nach langer Diskussion erlaubten sie, dass sechs Personen ins Camp gehen durften. Aber wir meinten, dass wir alle hinein wollen.

Wir spannten unsere Banner über die Gitter und fingen an unsere Flyer und Plakate auszuteilen. Nebenbei hielten wir Reden über das Megafon. Wir riefen die Leute, die im Lager waren auf, nach draußen zu uns zu kommen. Wir erklärten warum wir kämpften.

Vor dem Lager in Neumünster gab es eine Menge Menschen, die gekommen waren, um uns zu unterstützen. Linke Parteien und Antifaschisten brachten uns Kaffee, Tee und Essen vorbei.

Wir hatten es geschafft, außer den sechs Personen noch mehr Menschen ins Lager hineinzubringen. Als die Freund_innen fertig waren mit ihren Ausführungen und nach draußen kamen, haben wir die Autobahn, die sich gleich vor dem Lager befindet, besetzt und den Verkehr geblockt. Wir haben unser unseren Banner ausgerollt, uns auf die Straße gelegt, und den Verkehr gestoppt. Die Polizisten rannten schnell auf uns zu, griffen uns mit Fäusten und Tritten an und versuchten uns von der Fahrbahn zu zerren. Dabei schlugen sie mit ihren Fäusten auf uns zu und ab uns zu wurde Pfefferspray benutzt.

Die Polizei wollte den Freund mit dem roten Schal in Gewahrsam nehmen. Sie griffen ihn auf einmal an. Mit Slogans rannten wir zu ihm. Sie versuchten uns mit Schubsen wegzudrängen. Im Handgemenge spürten wir plötzlich etwas Flüssiges in unseren Augen. Die Polizisten sprühten Pfefferspray. Unsere Augen begannen zu brennen. Dann schubste uns die Polizei an den Fahrbahnrand. Während dem Geschubse schlugen sie mit Fäusten auf uns und sprühten immer wieder Pfefferspray.

Sie kreisten uns gruppenweise ein. Dann griffen sie die Gruppe an, in der sich der Freund mit dem roten Schal befand. Die anderen Gruppen hielten sie von dieser Gruppe fern. Sie verdrehten dem Freund mit dem roten Schal die Arme. Uns wiederum schubsten sie an unserer Brust und verhinderten so, dass wir uns seiner Gruppe nähern konnten. Nach einer langen Rangelei, haben sie aus der Gruppe des Freundes mit dem roten Schal sechs Personen mit Schlägen und mit Verdrehen ihrer Arme in Gewahrsam genommen.

Bei der gewaltvollen Auseinandersetzung mit der Polizei, verletzte sich ein anderer Freund an seiner Stirn. Er fing an zu bluten. Wir schmierten an diese Stelle eine antiseptische Creme. Es hörte aber nicht auf zu bluten. Die Wunde war anscheinend zu tief, und wir fanden unter den Unterstützer_innen Personen, die ihn ins Krankenhaus begleiteten.

Wir gingen an dem Lager vorbei zur Polizeistation, wo unsere Freunde festgehalten wurden. Wir sagten, dass wir nicht eher gehen würden, bis sie unsere Freunde freiließen. Wir warteten mit unserem Banner und mit Slogans vor der Polizeistation.

Seit Beginn unserer Refugeestrikebustour haben wir viele Flüchtlingslager besucht. Aber weil wir permanent von Seiten der Polizei angegriffen werden und weil ständig Freunde von uns in Gewahrsam genommen werden, besuchen wir auch viele Polizeistationen. Manche Nächte verbringen wir vor den Polizeistationen.

Nach einer Weile, kam eine Musikgruppe zu uns, während wir vor der Polizeistation warteten. Auf dem Boden lag viel Schnee und uns war kalt. Aber mit der Musikbegleitung konnten wir tanzen und uns aufwärmen. Das wenige Essen, das wir noch im Auto hatten, haben wir vor der Station aufgegessen.

Die Polizisten hatten uns vor dem Lager, noch bevor sie uns angriffen, gesagt, dass sie nicht wie in Köln Gewalt anwenden würden. Sie haben sich jedoch mit ihrer Aussage widersprochen und sind genauso gewaltvoll gegen uns vorgegangen.

Während wir vor der Polizeistation auf die Freilassung unserer Freunde warteten, versicherte uns die Polizei wieder, dass sie unsere Freunde nicht lange festhalten würden. Aber wir haben trotzdem einige Stunden vor der Station gewartet. Schließlich wurden unsere Freunde nach und nach freigelassen. Wir haben jeden Einzelnen mit Slogans empfangen.

Während wir auf unsere Freunde warteten, schrien wir ständig Slogans, dass die Polizisten Faschisten seien und riefen die Namen unserer Freunde. Während unserer Wartezeit nahm die Polizei eines unserer Banner in Gewahrsam.

Mit den sechs freigelassenen Freunden gingen wir zu dem Ort, wo wir einen Panel durchführen wollten. Wir haben dort wie jeden Abend unseren Widerstand in Begleitung von Filmen erzählt.

Als wir in noch Hamburg waren, und bevor wir uns auf den Weg machten, verbrannten wir unsere fotokopierten Duldungen und tanzten um sie herum. Mitten im Schnee haben wir von dieser Aktion interessante Fotos machen können.

Wir beenden einen weiteren Tag mit Polizeiangriffen. Aber das ist die Realität. Wer auch immer gegen das Isolationssystem ankämpft, wird von der europäischen Polizei aggressiv angegriffen. Sie haben es zur Gewohnheit gemacht, unsere Aktionen dermaßen anzugreifen. Daher sind diese Übergriffe für uns keine Überraschungen mehr. Die erwarteten Angriffe finden eh statt. Doch diese Angriffe lassen auch die demokratische Maske Deutschlands fallen. Denn die imperialistischen Länder möchten lediglich eine Opposition haben, die sich nach ihren Wünschen bewegt. Sie greifen schnell und aggressiv diejenigen an, die ihre Grenzen übertreten.

Es lebe der Humanismus/die Menschenwürde und der gemeinsame Kampf.

18.03.2013

Turgay Ulu

Neumünster

13.03.2013 Hannover
Marsch nach Hannover

Nach Bramsche war unsere nächste Station Hannover. Wir sind direkt zum Flüchtlingscamp in Hildesheim bei Hannover gefahren. Hier gibt es ein großes Flüchtlingscamp. Seit kurzer Zeit gibt es auf der Vorderseite des Camps, also auf der Seite, die zur Straße schaut, eine neues Gebäude. Sie haben auch dieses Gebäude grün bemalt. Das Gebäude sticht von Innen wie von Außen besonders hervor.

Als wir beim Hildesheimer Flüchtlingscamp ankamen, warteten vor dem Eingang Sicherheitsleute des Gebäudes. Aber vor dem Heim warteten nur die Sicherheitsleute, sondern auch die Polizei. Als wir aus den Autos ausgestiegen sind und uns dem Heim nähern wollten, fragten sie uns, warum wir hier seien. Wir haben ihnen gesagt, wir wollten mit unseren Freund_innen im Heim sprechen. Sie waren aber heftig dagegen und haben uns den Polizeiangriff in Köln als Beispiel angeführt. Als wir mit ihnen sprachen, kamen Polizisten dazu, und wir fingen an mit ihnen zu diskutieren. Sie wollten nicht, dass wir in das Lager gehen. Wir meinten, dass wir mit den Menschen im Lager sprechen und Infoflyer verteilen wollten. Sie waren jedoch entschieden, uns nicht ins Lager zu lassen. Nach den langen Diskussionen haben sie schließlich erlaubt, dass fünf von uns hineingehen dürfen. Da die Türen automatisch funktionieren, war es uns nicht möglich unsere eigenen Methoden anzuwenden, um weitere Leute ins Lager zu bringen.

Wir sind zu fünft mit Flyer und Plakaten hineingegangen. Sie haben uns in einen Saal gebracht. Polizisten waren auch dabei. Wir wurden von zwei Polizisten, einem Sicherheitsverantwortlichen des Lagers sowie drei Lagerbewohnern begleitet. Wir haben angefangen im Saal zu diskutieren. Es wurde schnell klar, dass die drei Lagerbewohner ausgewählte Personen waren, denn während wir mit ihnen über die Isolation in den Lagern sprachen, meinten sie, dass dieses Lager ein Paradies sei. Sie waren gegen unsere Ansichten. Sie sprachen wie Polizisten. Wir meinten, dass
sie sprechen würden wie die Polizisten, und dass wenn sie uns nicht mit den anderen hunderten von Flüchtlingen sprechen lassen würden, wir nicht noch mehr Zeit verlieren wollten mit Menschen, die von der Polizei ausgewählt worden sind. Die Flüchtlinge begannen sich vor uns aufzuplustern. Unsere Freunde reagierten sehr heftig darauf, und das ganze endete mit einem Handgemenge. Aber wir sprachen unser letztes Wort und sind aus dem Saal gegangen. Wir verließen das Lager. Draußen sprachen wir mit einigen Flüchtlingen, und sie teilten uns mit, dass das Lager schlecht sei. Fünf Personen teilen ein WC/Bad. Es gibt zwar Einzelzimmer, aber ohne Badewanne, Toilette oder Küche.
Sie erzählten uns, dass die Räume von mehreren Flüchtlingen gemeinsam genutzt werden müssten, und dass dieses System nicht sehr hygienisch sei. Die Informationen, die wir im Lager erhielten widersprachen komplett dem, was uns die Flüchtlinge außerhalb des Lagers erzählten.

Nachdem wir uns mit den Flüchtlingen vor dem Lager für unterhalten hatten, sind wir in ein Kulturzentrum in Hannover-Korn gefahren. Unsere Autos haben wir im Garten eines alevitischen Vereins geparkt. Erst wollten sie das nicht zulassen, doch als sie später erfuhren, dass wie Revolutionäre sind, haben uns Menschen, die aus dem Verein kamen, geeignete Parkplätze gezeigt.

Nachdem wir in Korn etwas gewartet hatten, fuhren wir um 17 Uhr wieder zurück zum Flüchtlingslager in Hildesheim. Wir fuhren mit der Bahn.

12.03. 2013 Bramsche

Auf der Refugeestrikebustour haben wir nicht das Flüchtlingsheim in Bochum besucht. Wir wurden in Bochum von einem sozialistischen Verein eingeladen. Wir haben unsere Filme gezeigt. Es gab lebhafte Diskussionen. Wir haben haben die Nacht in dem sozialistischen Verein verbacht. In den frühen Morgenstunden haben wir uns auf den Weg gemacht, in Richtung des Flüchtlingsheims in Bramsche.

Das Flüchtlingscamp in Bramsche liegt außerhalb der Stadt. Es gibt einen doppelten Zaun um das Heim. Von außen betrachtet, sieht es aus wie ein Konzentrationslager. Jegliche Einrichtungen befinden sich in diesem Camp. Ein Krankenhaus, soziale Einrichtungen, alles befindet sich im Camp.
Für den Menschen gibt es keine Möglichkeit dieses Camp für normale Aktivitäten zu verlassen.

Sie müssen viel bezahlen um vom Flüchtlingscamp in Bramsche nach Osnabrück, der nächst gelegenen Stadt, zu gelangen. Daher ist es den Flüchtlingen nicht möglich, sich am sozialen Leben der Stadt zu beteiligen, weil das geringe Geld, dass ihnen zur Verfügung steht hierfür nicht ausreicht. Die Flüchtlinge arbeiten für einen Euro die Stunde, und das reicht nicht mal für Zigaretten aus. Dabei müssen sie wie Sklaven für einen Euro pro Stunde arbeiten. Gartenarbeiten, Müllentsorgung, Reparaturen, sind alles Arbeiten, die sie erledigen. Normale Arbeiter_innen erhalten hierfür vom Staat Geld. Somit zwingen sie geflüchtete Menschen, in sklavenähnlichen Bedingungen zu Leben.

Als wir im Flüchtlingscamp in Bramsche ankamen, hat sich jede_r ein Bild vom Camp machen können, mit seiner eisernen Tür und seinen Kameras, mit seinen Sicherheitsvorkehrungen wie man es aus einem Isolationsgefängnis kennt. Wir haben gemeint, wir wollen hineingehen. Die Sicherheitsleute an der Tür haben uns aber nicht hineingelassen. Sie haben mich sofort erkannt, weil wir in diesem Camp schon viele Aktionen realisiert hatten. Wir hatten die Kantine besetzt und Broschüren verteilt. Ich habe gesagt, dass ich einen Freund besuchen wolle, doch sie haben es nicht akzeptiert. Sie haben gesagt: „Heute gibt es keine Besuche“. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil sie wussten, dass wir heute kommen würden, und deshalb den heutigen Tag auswählten.

Wir haben im Flüchtlingscamp in Bramsche mit vielen Flüchtlingen gesprochen, haben Flyer verteilt und einen Panel durchgeführt. Die Sauberkeit im Camp ist o.k. Aber das wichtigste Problem des Camps ist das der Isolation. Die Menschen leben zwar in einem sauberen Umfeld, aber es ist leider eine saubere Isolation.

Am Abend waren wir zu Gast in Subtanz (Osnabrück). Wir haben hier eine Filmvorführung und einen Panel durchgeführt. Es gab viele Rroma-Flüchtlinge in dieser Veranstaltung. Wir haben sie mit unseren Autos hergebracht. Es gab lebhafte Diskussionen, und die Rroma waren etwas hektisch, aber es war eine freie Diskussion. Jede_r konnte seine Meinung äußern. Die Rroma-Flüchtlinge haben gesagt, dass sie sich an der Refugees‘ Revolution Demo beteiligen werden. Die Rroma -Flüchtlinge aus dem Bramsche Camp haben auch vorgeschlagen, das Parlament in Berlin zu besetzen.

Die Bahn zwischen Osnabrück und Hesepe fährt ab 22.30 Uhr nicht mehr. Daher mussten die Menschen aus den Camp früher losgehen, und wir mussten die Veranstaltung früher beenden.

⁃ Das Gebäude in Osnabrück, in dem wir übernachtet haben, war ein besetztes Haus, und der
⁃ Staat möchte es abreißen. Die Besetzer_innen leisten gegen den Abriss Widerstand. Die untere
⁃ Etage wird für Filmvorführungen und Konzerte benutzt. In der oberen Etage sind die Schlafplätze.

⁃ In den frühen Morgenstunden brachte uns ein Freund, den wir hier kennen gelernt haben, verschiedene Frühstückssachen, mit denen wir gemeinsam ein gutes Frühstück vorbereiteten. Wir, das Bustour-Team, sind wie eine kleine Familie zusammengewachsen. Wir haben eine besondere Sprache entwickelt. Das Wetter in Osnabrück war kalt, und es lag Schnee. Aber die warme Atmosphäre schützte uns vorm frieren.

11.03.2013 Köln / Bochum
Wir fahren von Köln nach Bochum
Wir haben gestern bis in die frühen Morgenstunden auf die Freilassung unserer Freund_innen aus dem Polizeigewahrsam gewartet. Sie haben die festgenommenen Personen nicht über den Haupteingang der Wache, sondern nach und nach aus dem Hintereingang herausgelassen.

Während wir auf unsere festgenommenen Freund_innen warteten, haben wir kreative Dinge entwickelt. Wir haben die Namen unserer Freund_innen mit lauter Stimme herausgeschrien. Wir haben ständig Slogans gerufen. Die Nachbarn haben uns mit Tee, Kaffee, Essen und Decken versorgt. Unser Warten dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Wir haben unsere vom Hintereingang freigelassenen Freund_innen mit Slogans und Kampflieder begrüßt.

Die ganze Stadt war am Schlafen und wir hatten Schwierigkeiten, eine Toilette zu finden während unserer Wartezeit. Wie immer war es die Mutternatur, die uns half.

Die Anzahl der Menschen wurde immer weniger, während unserer Wartezeit. Die gestrige Nacht war etwas kälter als die Nächte zuvor. Das Problem der Kälte haben wir gelöst, indem wir tanzten.

Gestern Nacht ließen sie alle frei, ausser zwei geflüchtete Freund_innen. Sie (Beamte) sagten, dass es nicht möglich sei, ihre Identitäten sowie Adressen zu ermitteln. Die Anwälte kümmerten sich darum, und heute Morgen wurden unsere beiden Freund_innen entlassen.

Wir haben heute morgen eine Pressekonferenz gegeben. Zur Versammlung sind sehr viele Journalist_innen gekommen. Wir haben ihnen über die gestrigen Polizeiangriffe im Detail berichtet. Außerdem haben wir ihnen Infos über unseren einjährigen Refugee Strike erzählt. Sie wollten eher erfahren, warum die Polizei Gewalt angewandt hat. Für die Polizei reicht es aus, dass wir gegen die Isolationshaft in Flüchtlingsheimen sowie die Asylpolitik protestieren.

Sie (die Polizei) griff uns brutal an, weil wir die Verbote und die Regeln der Kontrollgesellschaft verletzen.

Nicht alle, aber ein Teil der Journalist_innen versuchte bei uns die Schuld zu suchen. Sie wussten, dass wir nicht zum ersten mal Flüchlingslager besuchen. Sie taten so, als ob sie nicht wüssten, dass wir Verbote und Isolationsmaßnahmen nicht akzeptieren. Sie haben ohne Erfolg nach einem Grund gesucht, um die Polizeigewalt zu legitimieren. Auf der Pressekonferenz haben wir die Aufnahmen von den Angriffen den Pressemenschen gezeigt.

Da die Autoschlüsseln gestern Abend bei den Festgenommenen waren, blieben unsere Autos unverschlossen. Aber die Aktivisten haben stundenlang bei den Autos Wache gehalten und erst als wir die Schlüsseln von den Freigelassenen bekamen, konnten wir wieder unsere Autos nutzen.

Die Polizegewalt in Köln war heute mit Berichten und Fotos vom Polizeiangriff Thema in den Tageszeitungen.

Heute haben unsere Freund_innen vom Oranienplatz um 17 Uhr in Berlin eine Protestdemonstration gegen den Polizeiangriff gegen uns durchgeführt. An der Aktion nahmen 200 Menschen teil.

Während wir gestern Abend vor der Polizeiwache warteten, haben wir viel gefroren und sind in das kleine Fahrzeug eingestiegen, um uns aufzuwärmen.
Als wir fünf Personen erschöpft im Auto saßen, hat die Polizei uns plötzlich umzingelt. Sie haben die Taschenlampen in Richtung unserer Augen gehalten und haben gefragt worauf wir warten. Sie haben nach unseren Personalien gefragt. Wir haben ihnen gesagt, dass wir keine Personalien haben und dass wir auf unsere festgenommenen Freund_innen warten. Erst haben sie lange diskutiert, damit wir uns ausweisen, dann haben sie ihrem Vorgesetzten den Stand berichtet. Sie haben uns ermahnt, dass wir im im Auto ruhig zu sitzen haben ohne was anzustellen und haben uns gute Nacht gewünscht. Sie wollten keine Menschen mehr festnehmen, um sich nicht mehr Ärger einzuhandeln.

Wir machten uns auf den Weg nach Bochum und es fing an zu schneien. Es war schwer was draußen zu erkennen.

Die Schneemenge auf dem Boden nahm zu. In dieser Stadt sind wir hier bei einem sozialistischen Verein angekommen. In diesem Verein wurde für uns vegetarisches Essen zubereitet. Das Essen hat ein Freund aus Afghanistan gekocht.

Der Laden des Vereins, in dem wir untergekommen sind, war räumlich sehr praktisch. Hier haben wir in dem großen Theatersaal unsere Podiumsveranstaltung durchgeführt. Zuerst haben wir den Film „Embryo der Freiheit“ gezeigt. Nach dem Film haben wir über die einjährige Geschichte unseres Widerstandes eine Rede gehalten. Wieder haben wir die Videoaufnahmen zur Bustour gezeigt. Ein anderer Freund hat über die existenziellen Probleme in den Flüchtlingslagern eine Rede gehalten. Im Abschlussteil haben wir die Fragen des Publikums beantwortet. Als ein Freund, der bei dem Polizeiangriff in Köln an seinem Fuß verletzt wurde, über die menschenunwürdigen Bedingungen in den Flüchtlingslager berichtete, flossen Tränen aus den Augen einer Frau im Publikum. Der Freund erzählte, dass die Psyche eines Menschen kaputt wird, wenn mensch immer das Gleiche isst und immer das Gleiche erlebt. Alle ziehen die gleiche Bekleidung an und alle essen das gleiche Essen. Den Menschen werden immer die gleichen Medikamente verabreicht.

Wie wir heute erfahren haben, haben Freund_innen, die an dem Freiheitsmarch teilgenommen haben, in der Zwischenzeit eine zweite Bustour geplant. Bald wird eine andere Bustour starten, um andere Flüchlingslager zu besuchen. Somit wir kein Lager, keine Stadt, kein Dorf übrig bleiben, was nicht vom Widerstand erfasst wird.

Wir werden von unseren Aufenthaltsorten losziehen und es nicht unterlassen, die Isolationslager zu überrempeln.

07.03.2013 Stuttgart/Karlsruhe

Besuch des Lagers in Stuttgart und Pressekonferenz
Einige der Menschen, die die in dem großen Lager in Stuttgart bleiben, hatten uns auch an unserem Protestzelt in Berlin am Oranienplatz besucht und für eine Zeit bei uns gelebt, daher hatten wir auch gute Kontakte ins Lager. Sie waren bereits über unseren Besuch informiert und hatten die anderen Flüchtlinge im Lager schon über unseren Protest informiert
Wir sind mit unserem Bus, auf dem “Refugee Protest March” steht, in den Hof des Lagers eingefahren. Sofort waren Menschen an den Fenstern, die unsere Parolen gehört hatten. Einige riefen uns an die Fenster und wollten erfahren, was wir vorhatten. Kurz darauf kamen die ersten raus und suchten das Gespräch mit uns.
Odalar; iki, üç ya da beş kişilikti. Einer von uns hatte eine Kamera dabei, mit dieser sind wir dann in das innere des Lagers gegangen. Auch hier waren die hygienischen Bedingungen katastrophal,und es sah aus wie alle anderen Lager: wie ein Gefängnis. In dem langen Flur gab es viele Türen zu Zimmern, in denen zwei, drei, vier oder fünf Menschen gleichzeitig wohnten.
Während wir mit der Kamera im Gebäude unterwegs waren, begegneten uns zwei Flüchtlinge aus der Türkei. Der eine war jünger, und lebt auch mit einer Duldung. Er hat Verwandte in der Nähe, zu denen er allerdings nicht geht, weil er sich dort nicht willkommen fühlt. Das ist die Realität in Europa, hier gibt es keine warmherzigen Kollektive, und die Menschen fühlen sich einsam und allein gelassen. Wir saßen in seinem Zimmer, haben Tee getrunken und uns unterhalten.
Jeder_r von uns hat sich im Lager mit Menschen in der eigenen Sprache unterhalten und die Informationen über unseren Protest weitergegeben. Einige der Flüchtlinge haben sich entschlossen, uns auf unserem Weg nach Berlin zu begleiten. Viele der anderen haben uns gesagt, dass sie am 23. März zur Demonstration nach Berlin kommen werden.
Am Abend sind wir in ein Hotel gegangen. Dieses hat ein Mitarbeiter der Kirche für uns organisiert. Sie hatten auch ein Programm organisiert, jedoch haben wir dieses verpasst, haben im Hotel übernachtet und eine Pressekonferenz am nächsten Morgen gemacht. Wir informierten über den bisherigen Verlauf unseres Protestes.
Heute ist der 8. März, der Weltfrauentag. Unsere ersten Worte der Pressekonferenz widmeten wir diesem Tag. Nach einem Brand in einer Textilfabrik in den USA, bei dem viele Arbeiterinnen ihr Leben verloren hatten, erklärte Clara Zetkin von der Kommunistischen Internationalen diesen Tag zum Weltfrauentag und seitdem wird dieser am 8. März gefeiert. Viele Menschen, die wir gefragt haben, wissen nichts von der Geschichte und Bedeutung dieses Tages. Sie wissen nur, dass es diesen Tag gibt, aber kennen nicht einmal Clara Zetkin und die Entstehung dieses Tages.
Heute veranstalten unsere Freund_innen aus Berlin eine Flüchtlings-Frauen-Demonstration. Wie wir heute morgen erfahren haben, sind sie bereits auf dem Weg. In unserer Protestbewegung ist die Zahl an weiblichen Aktivtistinnen sehr gering, nur einige wenige sind dabei. Die Frauen in Deutschland fragen uns immer nach den Ursachen, wir können nur sagen, dass der Kapitalismus ein System männlicher Hegemonie ist. Dass Frauen in der Flüchtlingsbewegung wenig Raum nehmen, hat historische, gesellschaftliche und kulturelle Ursachen. Um dieser Realität entgegenzuwirken, haben wir angefangen, speziell zu dem Thema zu arbeiten und die bisherige Entwicklung läuft gut.
Stuttgart ist eine teure Stadt. Hier waren bisher immer konservative Parteien an der Macht, aber zur Zeit sind die Grünen diejenigen, die regieren.
Unsere Arbeit in Stuttgart war getan. Nun sind wir auf dem Weg nach Karlsruhe.Als wir von Stuttgart aufbrechen wollen, ist etwas schlimmes passiert. Unser Bus, der vorne stand, hat versehentlich den hinteren Wagen gerammt, so dass einige von uns erstmal in Stuttgart bleiben mussten, um den Wagen zu reparieren. Wir haben uns auf den Weg gemacht.
Straßenkrawalle in Karlsruhe
Als wir an dem großen Flüchtlingslager in Karlsruhe ankamen, hingen bereits einige unserer Transparente am Eingang des Lagers. Die hier lebenden Flüchtlinge und Aktivist_innen hatten sich bereits auf unseren Besuch vorbereitet. Sie haben uns mit Slogans empfangen und begrüßten uns mit Sandwich und Tee für alle. In dem Hof des Lagers haben wir unsere Boxen aufgestellt. Wir hörten Grup Yorum mit `Bella Ciao` und Lieder in unterschiedlichen anderen Sprachen.
Als wir in die Gebäude des Lagers hinein wollten, hat die Polizei uns den Zutritt verweigert. Daraufhin haben wir unsere eigenen Gesetze angewendet. Wir riefen “eins,zwei,drei” und haben uns Zutritt, vorbei an den Polizist_innen und den Türen. Eıner der Flüchtlinge, die dort anwesend waren, schienen gar nicht zu verstehen, was wir wollten, und versuchten uns vom Betreten des Gebäudes abzuhalten. Als der betreffende Flüchtlinge verstand, dass wir für die Flüchtlinge da sind und gegen die Isolation in den Flüchtlingslagern ankämpfen, hat er uns unterstützt, in dem er andere Flüchtlinge nach draußen rief. Nachdem wir im drinnen und draußen unsere Slogans gerufen hatten, lässt sich sagen, dass wir eine neue Form des Protests ausprobiert haben.
Auch die Straße, die vor dem Lager war, haben wir blockiert. Wir haben unsere Transparente niedergelegt und uns auf die Straße gelegt. Eine Frau stieg aus einem Auto aus, und rief uns zu, dass sie ins Krankenhaus müsste. Lediglich ihr haben wir erlaubt, an uns vorbeizufahren. Für eine ganze Weile kam der Verkehr zum erliegen. Die Polizei versucht, uns mit Fäusten und Schlagstöcken von der Straße wegzukriegen, was lange dauerte. Wir haben lange durchgehalten. Unter uns war eine Person mit Krücken, als diese hinfiel, hat die Polizei verhindert, dass wir ihr beim Aufstehen helfen.
Eine_r von uns filmte das ganze und wurde auch von der Polizei aufgefordert, sich auszuweisen. Dieser war deutscher Staatsbürger, und wollte sich nicht ausweisen. Die Polizei wollte ihn mit auf die Wache nehmen. Auf der einen Seite war die Polizei, die versucht, unseren Freund mit auf die Wache nehmen wollten, und auf der anderen Seite waren wir, die dies nicht zulassen wollten. Sie haben ihm das Filmmaterial abgenommen, er hat seinen Ausweis vorgezeigt und wurde nicht mit auf die Wache genommen.
Während wir uns mit der Polizei auseinandersetzten, hat er das ganze gefilmt. Eine älterer Person aus unserer Gruppe wurde zu Boden gestoßen und war kurzzeitig bewusstlos. Während wir versuchten, ihn wieder zu Bewusstsein zu kriegen, sagte eine Sanitäter, der auch vor Ort war, er hätte sich selbst zu Boden fallen lassen und würde das ganze nur simulieren.
Nach einer Weile kamen noch mehr Polizist_innen , und sie wollten eine_n unserer Aktivist_innen wurde auch mit auf die Wache nehmen Nach diese_r den Flüchtlingsausweis vorzeigte, gaben sie sich damit zufrieden, die Personalien abzugleichen und sahen davon ab.
Karlsruhe ist ein sehr großes Lager. Ein Teil der Flüchtlinge hier kam raus und hat unseren Protest unterstützt. Sie trugen unsere Transparente und Flaggen. Während bei unseren vorherigen Protesten unsere deutschen Aktivist_innen verärgert darüber waren, wenn wir die Polizist_innen als faschistisch bezeichneten, so waren es diesmal sie selbst, die sie als faschistisch bezeichneten. Nun haben sie selbst gesehen, wie die Polizei auf unseren Protest reagiert und wie sie uns angreifen. Sie selbst sind hier Opfer von Polizeigewalt geworden, und haben nun begriffen, wie die Aufgabe der Polizei und ihre Praxis aussieht.
Während wir versuchten, unseren älteren, deutschen Aktivisten wieder zu Bewusstsein zu bekommen, wurden zwei andere Aktivist_innen nach Schlägen mit auf die Polizeiwache genommen. Zur Zeit warten wir vor der Polizeiwache, wo die beiden festgehalten werden. Es sind einige Anwält_innen vor Ort, die uns immer wieder mit Informationen versorgen. Wir wissen nicht, was mit unseren Freund_innen passieren wird. Bevor sie hier raus sind, werden wir hier nicht weggehen. Wenn wir es noch organisatorisch hinkriegen, wollen wir eine Demonstration gegen die Vorfälle hier und gegen die Polizeigewalt machen. Wir haben alles auf unserer Kamera dokumentiert.
Laut Auskunft unserer Rechtsanwält_innen sollen unsere Freund_innen, ein Flüchtling und ein Aktivist, eine halbe Stunde später entlassen werden. Wir warten immer noch. Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die Polizei mit der Zeit spielt und die Entlassungen hinauszögert.
Unseren Freund, der selbst Flüchtling ist, haben sie entlassen. Nur der andere Aktivist darf noch nicht raus. Die Polizei sagt, dass er kriminell sei. Jetzt warten wir nur noch darauf, dass er entlassen wird. Die eigentlichen Kriminellen sind der Staat und die Polizei. Menschen, die protestieren, und Wıderstand leisten, sind keinesfalls kriminell. Menschen, die Krieg führen, die andere Menschen ausbeuten und rassistisch sind, die sind kriminell.
Wir werden die Nacht in der Viktoria Straße verbringen, wo wir nun angekommen sind. Wegen der heutigen Erlebnisse werden in drei Städten Protestdemonstrationen stattfinden, in Stutgart, Karlsruhe und Berlin wird gegen die Polizeigewalt gegen uns demonstriert.
Im Lager in Karlsruhe waren sehr viele Flüchtlinge aus Indien. Heute abend, in der Viktoriastraße, sind auch andere Flüchtlinge aus Indien. Wir werden heute abend eine Versammlung mit ihnen machen, und über unseren bereits ein Jahr dauernden Protest erzählen und mit ihnen darüber diskutieren.
Es lebe die Menschlichkeit und der gemeinsame solidarische Kampf!
8.3.2013
Turgay Ulu

6.3.2013 Der Besuch im Flüchtlingslager Augsburg

Während unserer Refugee Protest Bustour sind wir auch in Ausburg. Hier haben wir begonnen mit dem Besuch des Lagers in Neuburg a.d. Donau. In dem Lager gibt es mehrere Gebäude. Wir haben halt gemacht in den Grünflächen des Lagers mit unseren Minibussen, sichtbar war unser Logo, die rote Faust auf gelbem Grund. Aus einem der Wagen lief die Musik von Grup Yorum und Bandista. Als die Musik von Bandista lief, haben Menschen angefangen zu tanzen.

Anfangs waren die Menschen etwas zurückhaltend, sie haben uns schüchtern und ängstlich angeshcaut. Nachdem etwas Zeit verging, sind wir auf sie zugegangen und haben uns mit ihnen unterhalten. Diejenigen unter uns, die die Sprachen der Flüchtline vor Ort konnten, unterhielten sich mit Ihnen in Ihren Sprachen, außerdem haben wir die Flugblätter mit Informationen verteilt, die wir in allen (?) Sprachen gedruckt hatten.

Nachdem es etwas dunkler wurde, haben wir die Leinwand an der Wand befestigt und die Filme Embryo der Freiheit, Marsch der Würde und Residenzpflicht gezeigt. Es war auch viele Kinder da, die ganz gespannt die Filme gesehen haben. Wır waren auch in den Gebäuden des Lagers. Um auch mit den Frauen im Lager ins Gespräch zu kommen, haben die Frauen aus unserer Gruppe Kontakt zu ihnen aufgenommen. Die Menschen fingen an, uns von ihrem Alltag im Lager zu erzählen, von ihren Problemen. Später berichtete uns ein Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien, dass seine Frau einmal einige Minuten zu spät zur Essensausgabe kam, und daraufhin nichts mehr zu essen bekam. Dieser Zustand hielt noch einen ganzen Monat an. Später hat hat der Mann mit dem örtlichen Bürgermeister gesprochen, der dann einen Termin (unklar, mit der Lagerleitung?) bekam, um das ganze zu lösen.
Einer von uns hatte eine Kamera dabei, und es wurden mit der Kamera Fotos gemacht, um das Leben in diesem Lager und die Isolation zu dokumentieren.

Eine Weile später kamen aus unterschiedlichsten Gebäuden des Lagers Menschen und versammelten sich an einem Platz im Lager. Auf Englisch und Deutsch kritisierten sie die menschenunwürdigen Verhältnisse in den Lagern und das System der Isolation.

Im Anschluss gab es eine Konferenz in dem Haus/Zentrum, in dem wir auch untergekommen sind. Es waren Menschen aus anderen Lagern angereist. Wir haben die verschiedenen Facetten unseres Widerstandes, die Aufgabenverteilung, da wir seit über einem Jahr im Widerstand sind, gab es eine Menge zu erzählen.

Jede*r von uns hat über sein persönlichen Schwerpunkt berichtet- im Anschluss hatten die Anwesenden das Wort, so dass viele Fragen gestellt wurden und wir antworteten. Unter anderem gab es viele Solidaritätsbekundungen mit unserer Protestbewegung.

Mit unserer Refugee Protest Bustour bringen wir den Widerstand in die entlegensten Gegenden, Orte, deren Namen kaum jemand kennt. Durch den technologischen Fortschritt ist es leichter, in Kontakt zu kommen, jedoch heisst es nicht, dass Menschen informiert werden oder die Wahrheit erfahren. Die Menschen werden mit Informationen überflutet- hierdrin die Wahrheit darin zu finden ist schwer und nicht so leicht wie angenommen.

Unsere Pressekonferenz und unsere Demonstration wurden auch im lokalen Fernsehen gezeigt, Mitstreiter*innen haben diese im Internet gefunden.
Auch am heutigen Morgen organisieren wir in dem Projektbüro, in dem wir auch übernachtet haben, eine Pressekonferenz.Wir erzählen ihnen von unserem Protest. Die Fragen, die die Presse uns stellt, beantworten wir.
Auch neue Menschen solidarisieren sich mit uns, und unterstützen uns bei unserer Tour. Sie kommen in die Städte, durch die wir reisen, und wir holen sie am Bahnhof der jeweiligen Stadt ab.
Durch unsere Refugee Protest Bustour erreichen wir, dass die lokalen Initiativen in Aktion treten, Sie organisieren die Orte, an denen wir unseren Protest realisieren können, stellen die Kontakte her, so dass wir unsere Aktionen verwirklichen können.
Während unseres Besuchs im Lager in Augsburg entschied sich eine afrikanische Frau, sich unserem Protest anzuschließen und uns auf unserer Bustour zu begleiten. Sie spricht französisch, und dadurch, dass eine(r) aus unserer Gruppe französisch spricht, konnten wir mit ihr in Kontakt treten.

6.3.2013
Turgay Ulu
Augsburg

03.03.2013 Pasau
Die Veranstaltungen in Darmstadt und die Fortsetzung der Refugee Protest Bustour
Bevor wir mit dem Protestmarsch angefangen haben, gab es bereits das Break isolation Camp, bei
dem u.a. auch ein Aktivist aus Darmstadt dabei war. Bei dem dort ansässigen Bürgerzentrum gab es
den Plan, eine Veranstaltung mit uns zu machen. Das Programm stand bereits lange fest.
Zuvor sollte dort eine Konferenz stattfinden, an der ich allerdings nicht teilnehmen konnte, weil es
zu der Zeit viel in Berlin zu tun gab.
Für die Veranstaltung in Darmstadt waren Räumlichkeiten in der Universität organisiert. Wir waren
bereits einige Tage vorher dort. Wir mussten erst in das Bundesland zurückkehren, bei dem wir
gemeldet waren, da es immer wieder Probleme mit öffentlichen Institutionen gibt. Sie haben
gefragt, warum ich mich nicht in dem für mich zuständigen Lager blicken lasse, und es gab die
routinemäßigen Abläufe, die dort immer stattfinden. Zum Beispiel bekam ich keine Gutscheine.
In Darmstadt gibt es ein Bürgerzentrum, das sich revolutionäre, linke Gruppen aus der Türkei
zusammen mit anderen oppositionellen Gruppen, die in Deutschland ansässig sind. An unserer
Konferenz habennauch viele aus diesen oppositonellen deutschen Gruppen teilgenommen- Wir
haben über die bezeichnenden Merkmale informiert und diese näher gebracht. Wie immer in
unseren Veranstaltungen haben wir den Film Marsch der Würde gezeigt. An der Wand hing ein
Transparent mit dem Aufruf zu unserem großen Protestmarsch, der am 23. März beginnen wird
sowie das Symbol unseres Widerstands, die Faust. Es gab zwei Redner_innen aus unserer Gruppe.
Eine_r der beiden ist ein anderer Flüchtlingsaktivist, der auch in unserer Bewegung aktiv ist und
über seine Erfahrungen berichtete.
Unsere Bustour gegen die Politik der Lager wird fortgesetzt. An dem ersten Ort, wo wir mit dem
Bus Station machten, hatten lokale Initiativen eine Demonstration organisiert. In Passau hat (einer
von uns???) den Bescheid über seine Abschiebung bekommen, und wir haben beschlossen, dass wir
eine Kampagne ins Leben rufen wollen dagegen, dass Menschen mit einer Duldung jederzeit
ausgewiesen werden können. In Passau haben wir in einem Park unsere Zelt aufgestellt, zuvor gab
es eine Pressekonferenz. Wir haben berichtet, welche Bedeutung eine Abschiebung hat und wie die
Praxis der Duldungen aussieht. Anschließend waren wir in einigen Flüchtlingslagern in Passau.Wir
haben den Menschen dort unsere Informationen und unsere Flugblätter weitergegeben. Darüber
hinaus haben wir sie über die am Abend stattfindende Demonstration informiert und sie dazu
eingeladen.
Zu der Demo, die am Abend stattfand, kamen rund 100 Menschen.Die Route startete an
unserem Camp und führte weiter am Bundesamt und weiteren öffentlichen Einrichtungen. Auch
wenn die Polizei immer wieder versucht hat, unsere Route zu durchkreuzen, konnten sie unseren
Protest nicht aufhalten, wir sind weitergelaufen. Bei uns hatten wir eine überdimensionale Kopie
einer Duldung, mit einem roten Streifen in der Mıtte. Nachdem wir diese zur Schau gestellt haben,
verbrannten wir diese. Wir tanzten um das Feuer herum und riefen unsere Slogans. Gemeinsam
sangen wir Bella Ciao, was erneut über das Megafon ertönte. Bei dieser Demonstration waren
vergleichsweise mehr Flüchtlinge.
Aufgrund der Kampagne gegen Duldungen, die heute ins Leben gerufen wurde, gaben wir den
Aktivisten, die selbst mit Duldungen leben, Vorrang.
Parallel zu unserer Kampagne hier haben die Freund_innen in Berlin auch eine Demonstration
organisiert.
Vor dem Gebäude der bayrischen Landesregierung wurde eine Demonstration organisiert, und laut
Aussagen anderer Aktivtistinnen haben rund 50 Personen teilgenommen, und mehr Polizisten als
Demonstrant_innen.
In diesen Tagen legen wir weite Strecken mit der Bahn hinter uns. Auf der einen Seite nehmen wir
an vielen Konferenzen, Versammlungen und Kundgebungen teil, auf der anderen Seite folgen wir
auch dem Refugee Protest Bus. So kommt es, dass wir viel mit Zügen unterwegs sind. Da wir mit
Regionalzügen fahren, müssen wir viel Zeit aufbringen und immer wieder umsteigen. Aber auch
diese langen Reisen haben positive Seiten.Wir sehen viele unterschiedliche Orte und haben die
Gelegenheit, uns lange und ausgiebig auszutauschen.
Bayern und auch Passau sind für ihre rassistische und faschistische Politik bekannt und eine
Vielzahl an Anhänger_innen dieser Politik bekannt, und hier wird mit härteren Maßnahmen diese
Politik durchgesetzt. Durch unsere Aktionen, die in den zwei Tagen hier stattfanden, konnten wir
die Stillschweigen dieser Politik gegenüber etwas durchbrechen.
Eine unserer Stationen vor Passau war München. Auch hier gab es einen Flüchtlingskonrgess, der
drei Tage lang andauerte. Die Flüchtlingsthematik und die Chancen und Möglichkeiten unseres
Freiheitsprotests wurden diskutiert.
Nach gut einem Jahr Widerstand können wir die erfolgreiche Bilanz ziehen, dass einige Dinge in
die Öffentlichkeit gerückt sind. Ab jetzt gibt es zwei Dinge, die wir zwingend erreichen müssen.
Zum einen, dass die Praxis des bereits ein Jahr andauernde Protest zu einer nicht-endenden
Bewegung wird. Andererseits. Auf der anderen Seite müssen wir unsere Theorie (weiter)bilden.
Denn alles,was wir sagen und schreiben, muss ernst genommen werden.
In Berlin haben bereits einige Organisationen, Einrichtungen und Personen Interesse bekundet, mit
uns in einen Dialog zu treten. Sobald wir es zeitlich einrichten können, werden wir mit diesen
Gesprächen beginnen. Wir haben bereits bei vielen unserer Kundgebungen und Konferenzen betont,
dass unsere Perspektive, die wir zur Sprache bringen, von vielen Menschen positiv aufgenommen
wird und auf Zuspruch trifft.
Arada bir değişik yerlere gitmek zorunda kaldığımız için düzenli yazı yazamıyoruz ve bu yazıları
internete düzenli bir şekilde aktaramıyoruz.
Während der Bustour können wir nicht regelmäßig schreiben, da wir keine Zugänge zu Computern
haben, ebenso fehlt der Zugang zum Internet, was daz führt, dass wir nur unregelmäßig
Veröffentlichungen von uns ins Netz stellen können.
Wir sind von Würzburg nach Berlin gelaufen, und machen zudem noch eine Bustour. Wir sind zum
Parlament gegangen, und haben dort unterschiedlichste Gespräche und Diskussionen geführt. In
einigen Bundesländern wurde die Residenzpflicht aufgehoben, und wir wollen dies in allen
Bundesländern durchsetzen. Wir haben Konsulate besetzt, wir wurden von der Polizei angegriffen,
festgenommen, wir waren im Hungerstreik. Ich könnte die Aufzählung fortsetzen, aber deutlich
wird: wir haben bereits viel Widerstand geleistet!
Seit einem Jahr sind wir nun mit unserem Protest auf der Straße! Wir werden dieses Leben unter
den Bedingungen des kapitalistischen, uns isolierenden Systems nicht hinnehmen! Wir leben ein
Leben auf der Straße im Kollektiv. Die Besetzung des Oranienplatz in Berlin und der Widerstand in
der Schule dauert weiter an. Mit unserer Bustour wollen wir erreichen, dass auch die Menschen in
den Lagern, die immer noch dort sind, von uns erfahren und auch auf die Straße gehen. Wir
berichten den Menschen von unserem Kampf und unseren Erfahrungen aus dem letzten Jahr, damit
sie davon erfahren.
Fest steht, wir werden die Straßen nicht räumen, unser Widerstand geht weiter. Unser Kampf und
das praktische Brechen der Regeln, die uns auferlegt sind, hat sie sehr verärgert. Und nun sucht die
Regierung nach einer Taktik, wie sie uns verängstigen kann, damit wir aufgeben.
3.3.2013
Turgay Ulu
Passau